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Tridacnas haben zwei Schalen (Oberteile), wie normale Muscheln. Muscheln der Familie Tridacnidae unterscheiden sich von anderen Muscheln dadurch, dass ein Grossteil ihrer Inneren Organe um etwa 90° verdreht ist. Diese anatomische Besonderheit erlaubt es diesen Muscheln, ihren Mantel, der in anderen Muscheln horizontal und sogar leicht abwärts gerichtet ist, vertikal zu exponieren. Dies ist eine Anpassung an die symbiontische Lebensweise der Tridacniden, die symbiontische Dinoflagellaten (Zooxanthellen) in den Mantel einlagern. Durch die gleichzeitige Vergrösserung des Mantelgewebes können Tridacniden ihre Zooxanthellen dem Licht exponieren.
Der Mantel der Muschel erhöht die Fläche, die die Zooxanthellen für Ihre Photosynthese nutzen können. Der Mantel ist eine Verlängerung des eigentlichen Muschelkörpers und dient der Muschel als "Garten" ihrer Symbiosealgen (Zooxanthellen), über die sich die Muscheln hauptsächlich ernährt. Der Mantel enthält die Zooxanthellen sowie spezielle Pigmentzellen. Diese Pigmente sind es, die die Muscheln so farbig erstrahlen lassen. Meistens sind diese Farben in blau und grün zu bewundern, ab und an aber auch in orange bis violett. Die Musterung und Farbe der Muscheln ist so variabel, dass es keine genau gleichen Muscheln gibt. Die Funktion der Farbpigmente ist möglicherweise die gleiche wie bei Korallen. Beachten Sie hierzu Jörg Kokott's Vortrag bei Korallenriff.de. Im Gegensatz zu dem immer wieder behaupteten UV-Schutz, dienen die Fluoreszenzfarben eher der spektralen Veränderung des von den Zooxanthellen benötigten Lichtes. Die grundsätzlichen Mechanismen dürften aber dieselben wie bei den Korallen sein.
Mördermuscheln verlieren schnell Ihre schönen Farben, wenn die Beleuchtungsqualität und -intensität nicht ausreichend ist. Die fluoreszierenden Farben können nur mit bestimmten Lichtspektren erzeugt werden, die man vor allem in den modernen T5-Leuchtmitteln findet. Grundsätzlich ist HQI-Beleuchtung ausreichend, aber extreme Farben erreicht man nur mit einem ausgeglichenen Vollspektrum mit hoher Farbwiedergabe und einer ausreichender Ernährung der Muschel. Das Zusetzen geeigneter Nahrung wie Ultramin S und Ultramin F sowie Ultralive versorgen die Muscheln mit allem, was Sie zur Farbausbildung benötigt. Gerade nach dem Transport ist eine Zufütterung sinnvoll. Bei zu starker Beleuchtung oder zu plötzlicher Veränderung kommt es ebenfalls zu Farbverlusten bis zum Ausbleichen der Muschel. Dies kann den sichere Tod bedeuten, wenn nicht umgehend reagiert wird. Vorallem auf den Jod-Gehalt des Wasser muss geachtet werden, da u.a. dieses Halogen bei übermässiger Beleuchtung, die in der Muschel entstehenden freien Sauerstoff-Radikale abfängt und die Muschel dieses Element für Ihren Stoffwechsel benötigen.
Durch die verdrehte Anatomie der Mördermuscheln, im Gegensatz zu den klassischen Muscheln, haben erwachsene Riesenmuscheln keinen eigentlichen Fuss wie dies normalerweise der Fall ist. Mördermuscheln befestigen sich mit sogenannten Byssusfäden, die in der Byssusdrüse gebildet werden. Diese Drüse produziert die Haltefäden und schiebt sie durch eine Ventilöffnung am Schloss der Muschel auf das Substrat. Dort werden mit Hilfe organischer Säuren die Fäden verankert. Bei den grossen Arten geschieht dies nur in der Jugend, später verlässt sich die Muschel auf Ihr Gewicht.
Im Aquarium kann ein Umsetzen der festgesetzten Muschel sehr gefährlich sein, wenn dabei die Byssusdrüse beschädigt wird. Die darauf folgenden Infektionen sind oft der Grund für den Tod des Tieres.
Tridacnas haben hunderte lichtaktive Zellen entlang den Rändern ihres Mantellappens. Diese sogenannten Iridophoren arbeiten wie kleine Linsen. Man nennt diese auch hyaline Organe, die aus einem strukturlosen, stark lichtbrechenden, durchsichtigen Protein (Kollagen) besteht, welche die Muschel über ein angeschlossenes Nervensystem über die Lichtverhältnisse oder plötzliche Abschattungen informiert. Um diese Iridophoren ist die Menge der Zooxanthellen deutlich erhöht, was auch eine Funktion der Iridophoren als Lichtleiter vermuten lässt. Durch die Lichtleiterfunktion kann der Stoffwechsel der Algen deutlich erhöht werden. Allerdings lässt diese Funktion die Vermutung, dass die Farbausbildung der Mantellappen zum UV Schutz dient, nicht aufrechterhalten. Auch hier ist zu beachten, dass UV-Schutzverbindungen für das menschliche Auge nicht sichtbar sind, weil sie nicht im sichtbaren Licht absorbieren. Pigmente absorbieren dagegen im sichtbaren Bereich und erscheinen uns daher farbig. Verallgemeinert kann man sagen, dass farbige Pigmente keinen UV-Schutz bieten können. T. crocea und T. maxima haben diese Zellen auch auf den erhöhten Tuberkel des Mantellappens liegen.
Die meisten Muscheln erfüllen ihre Ernährungsanforderungen durch diese Zooxanthellen, absorbieren aber ebenfalls organische gelöste Nährstoffe durch Ihren Mantelkörper und filtrieren Feinstpartikel über Kiemen.
Die Zooxanthellen befinden sich ausserhalb von Zellen (ektocytisch) in einem speziellem Röhrensystem mit Taschen im Mantellappenbereich. Diese Taschen verlängern den Magen in das Mantelgewebe. Dieses ist gegenüber den Korallen unterschiedlich, da dort die Zooxanthellen in einzelnen Zellen lokalisiert sind (endocytisch). Die Zooxanthellen versorgen die Muscheln mit den gleichen Produkten, wie sie es auch bei Korallen tun. Die Zooxanthellen wandeln Kohlendioxid, gelösten Phosphor (wie Phosphat) und gelösten Stickstoff (wie Ammonium) in Kohlenhydrate (Zucker, z.B. Glucose), Fettsäuren und Aminosäuren um, die sie zu einem Großteil ihrem Wirt bereit stellen. Forschungen haben gezeigt, dass Glucose das Primärkohlenhydrat ist, welches die Zooxanthellen der Muschel abgeben, gefolgt von Glycerin und einer Gruppe glucosehaltiger Oligosaccharide. Als Aminosäuren werden i.d.R: Glutamat, Aspartiat, Alanin und Glycin abgegeben. Bei ausreichender Lichtleistung können die Muscheln ausschliesslich von den Produkten der Zooxanthellen leben. In den Zooxanthellen, wie auch in den meisten freilebenden Dinoflagellaten, ist die Farbe des Chlorophylls a und die des in geringeren Mengen vorliegenden Chlorophyll c durch verschiedene gelbe und braune Xanthophylle (v.a. Peridinin) überdeckt. Zooxanthellen sind obligate Symbionten (fakultativ, die gibt es auch im Freiwasser). Wegen ihrer hohen Lichtansprüche ist die Verbreitung der Muscheln auf die Oberflächengewässer beschränkt. Es ist bewiesen worden, dass die Zooxanthellen in den Muscheln bis zu 60 Prozent des durch Photosynthese fixierten Kohlenstoffs an die Wirtszellen abführen können.
Die Muschel gibt als Stickstoffquelle Ammonium an die Algen ab. Die Tridacna profitieren von diesem Symbiosekonzept, weil es für sie eine sehr leistungsfähige interne Nahrungsmittelquelle ist. Der Austausch der Nährstoffe verhelfen den Muscheln und den Algen die nährstoffarmen Bereiche der Koralleriffe optimal zu nutzen. Die Muschel kann mit Hilfe spezieller Zellen den sogenannte Amöbocysten den Symbiontenüberschuss regulieren. Entgegen anderslautender Berichte lässt sich aber keine Verwendung der Symbionten für die direkte Ernährung nachweisen. Die Muschel reagiert hierbei auf geänderte Umweltbedingungen wie schwankende Lichtverhältnisse, Temperatur etc.
Die Nieren der Tridacna-Muscheln enthalten grosse Mengen an Kalziumphosphat. Diese Ablagerungen sind auch in anderen Muscheln enthalten, allerdings ist nicht bekannt, welche Rolle diese Einlagerungen spielen. Die Nahrungsaufnahme der Feinstpartikel wie Sediment, Phyto- und Zooplankton erfolgt durch die Filtration des umgebenden Wassers. Das Wasser wird durch die Ingestionsöffnung eingesaugt. Hier folgt ein Strom zur Egestionsöffnung durch das Kiemennetz. Nahrungspartikel werden vom Schleimmantel der Kiemenflächen abgefangen und durch Flimmerschlag in die Futterrinnen am Unterrand zu den Mundsegeln geleitet.
Der Mundspalt ist zu einem Mundsegel umgeformt, da es weder Kiefer noch Speicheldrüsen gibt. Eine kurze Speiseröhre führt zum Magen. Im Magen befindet sich ein sogenannter Kristallstiel. Er besteht aus einer gallertartigen Sekretmasse, die verdauende Enzyme (Proteinasen), vorallem Amylase, enthält. Er wird von einem Blindsack des Mitteldarms gebildet, durch die Darmbewegung in langsame Rotation versetzt und in dem Masse, in dem er sich verbraucht (durch Abgabe von Verdauungsenzymen) an der Magenplatte in den Magen nachgeschoben.
Der Mantellappen der Riesenmuscheln ist in der Lage, gelöste Nährstoffe direkt aus dem Wasser aufzunehmen. Die Nährstoffe werden benutzt, um z.B. Aminosäuren herzustellen. Dies erklärt auch, weshalb Muscheln in der Lage sind, Nitrat und Phosphat in einem Aquariensystem zu senken. In der natürlichen Umgebung sind die gelösten Nährstoffe im Meerwasser von grosser Bedeutung, da sie unter anderem auch Aminosäuren, Fettsäuren und Einfachzucker umfassen. 1 Liter Meerwasser enthält etwa 2 µg dieser gelösten Substanzen. Das sieht nach sehr wenig aus, aber in Anbetracht der enormen Wassermenge steht den Tieren diese Quelle immer zur Verfügung. Diese Nährstoffquelle ist alleine gesehen nicht ausreichend, um die Muschel zu ernähren, die völlig von den Produkten ihrer Zooxanthellen abhängig ist. Trotzdem ist die Aufnahme gelöster organischer Substanzen wichtig, da diese ebenfalls für die Gesundheit und Fortpflanzung wichtig sind.
In den grossen Zuchtbecken der Farmen wird den Muscheln Ammoniumnitrat (NH4NO3) gegeben, um das Wachstum der jungen Muscheln zu steigern. Bei den älteren Tieren muss die Ernährung auf geeignete Partikelnahrung umgestellt werden. Es ist bei geschlossenen Aquarien-Systemen nicht ratsam, Ammoniumnitrat zuzufügen, da es im Gegensatz zu Ammoniumchlorid oder Calciumnitrat ein äusserst starkes Oxidationsmittel ist. Darüber hinaus ist es besser, geeignete Aminosäureprodukte wie z.B. Ultramin S zuzufügen da hier den Muscheln bereits energetisch hochwertige Substanzen bereit gestellt werden, die andernfalls erst energieaufwendig hergestellt werden müssten. Es ist ebenfalls sehr wichtig, auf das genaue Verhältnis der natürlichen und zugegebenen Nährstoffe, sowie den wichtigen Wasserwerten wie Ca- und Mg-Gehalt, zu achten. Erst das Zusammenspiel der wichtigen Wasserinhaltsstoffe ermöglicht der Muschel ein gesundes Wachstum.
Die Photosynthese der Zooxanthellen kann mehr Sauerstoff als benötigt produzieren. Zu hohe Sauerstoffwerte sind für die Muschel sehr stressig und können lebensgefährlich sein. Die Muscheln müssen den überschüssigen Sauerstoff entweder durch die Mantellappen oder möglicherweise den Kiemen beseitigen. Bei dieser hohen Sauerstoff-Produktion entstehen viele zellschädigende freie Radikale, die neben einem komplexen Antioxidationssystem auch durch Halogenverbindungen wie Jod und Fluor gebunden werden können. Die Muschel kann durch Rückziehen des Mantellappens den Lichteintrag steuern. Sie kann ebenfalls, wie bereits beschrieben, die Menge der Zooxanthellen verringern und diese ausscheiden, so dass die Überproduktion von Sauerstoff vermieden werden kann. Es sollte trotzdem darauf geachtet werden, dass keine zu plötzlichen und starken Lichtveränderungen stattfinden, da die Reaktion nicht sofort erfolgen kann und die Muschel dadurch Schaden erleiden kann.
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