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Infos

 

 

Haltungsbedingungen

 

T. maximaUm die aussergewöhnliche Färbung unserer Muschen zu erhalten, müssen die Gegebenheiten im Riffaquarium korrekt sein. Eine ausreichende und starke Beleuchtung mit HQI Leuchtmittel z.b. Giesemann Megachrome marine, Osram D oder Osram N, oder BLV 10.000 und blauen T5 Leuchtmittel z.B. Fauna Marin Aquascience blue oder Aqua Medic Ocean Blue ist erforderlich. Bei Beleuchtung mit stark emittierenden Blaustrahler wie Aquaconnect Performance, Megachrome blue oder Radium 20.000 K sollten die Zusatzleuchten T5 Tageslichtspektrum besitzen z.B Fauna Marin Aquascience spezial. Bei reiner T5-Beleuchtung empfiehlt sich ein Mix der Leuchtstoffröhren mit den unterschiedlichen Spektren.

Die in der Literatur angegeben gängigen Wasserwerte sind ebenfalls stabil zu halten, sowie eine Temperatur von bis zu 29° C mögen diese Muscheln sehr gerne.
T. crocea und T. maxima benötigen sehr viel Licht, gefolgt von T. gigas und T. derasa.

Als Beispiel für ein korrekt ausgeleuchtetes Aquarium kann man das folgende Aquarium ansehen:
130 x 60 x 60 beleuchtet mit 2 x 250 Watt + 2 oder 4 x 54 Watt T 5 Leuchtmittel der Lichtfarbe blau.

Bei Aquarien mit über 70 cm Wasserstand empfiehlt es sich, die Leuchten mit 400 Watt HQI auszustatten. Bei HQI-Beleuchtung liegt die mittlere Leuchtdauer bei etwa 9 Stunden pro Tag und etwa 12 - 14 Stunden bei den T 5 Leuchtmitteln. Bei Beleuchtung mit T5 sollten sie mindestens 4 x 54 Watt, bei einer Beleuchtungszeit von ca. 12 Stunden.

Bitte beachten Sie beim Kauf die Beleuchtung des Verkaufsaquarium, wurden die Tiere über längere Zeit nur unter T5 gehalten, sollten diese nicht sofort unter starke HQI-Brenner gesetzt werden, sondern langsam an die neue Situation gewöhnt werden. Dies kann durchaus einige Wochen in Anspruch nehmen.

Durch die Änderung der wichtigsten Parameter wie Licht- und Wasserwerte sowie dem Transport verlieren die Muschel etwas von Ihrer Farbigkeit und Brillanz, nach erfolgreicher Eingewöhnung wird dies aber bald wieder zu sehen sein. Geben Sie in dieser Zeit ein geeignetes Jod-Präparat wie z.B. UltraJod, Tropic Marin Cure oder Betaisodona-Lösung zu. Wichtig bei Joddosierung ist das Sie sich an die angegeben Dosierungen halten und in dieser Zeit keine starke Kohlefilterung oder Ozonzufuhr betreiben.

Haben Sie sich eine neue Muschel gekauft

Überprüfen Sie regelmässig ihre Reaktionen auf Licht und Bewegung. Eine gesunde Muschel reagiert sofort auf Bewegung oder Berührung, indem sie schnell ihre Schalen schliesst. Frisch importierte und transportierte Muscheln neigen dazu, langsam zu reagieren. Im Laufe der nächsten Tage sollte sich das aber deutlich bessern. Wenn dies nicht der Fall ist, suchen sie der Muschel einen neuen Standort.
Sehr wichtig ist das korrekte Umsetzen der Muschel, nehmen Sie sich Zeit zur Angleichung der Wasserwerte mit der Tropfenmethode.
Nur den Beutel ins Becken hängen um die Temperatur anzugleichen, ist nicht ausreichend.

Die Byssusdrüse muss unbeschädigt sein. Sie sollten keine zerrissenen oder losen Fäden sehen, die von der Unterseite der Muschel hängen. Bei den Muscheln mit grosser Byssusöffnung wie bei T. crocea kommt es eher zu Beschädigungen wie dies z.B. bei T. derasa oder T. maxima der Fall ist. Beim Kauf sollte immer der "Fuss" der Muschel kontrolliert werden und nur einwandfreie Tiere kommen für einen Kauf in Frage. Einige Byssus-Fasern können sichtbar sein, aber es sollte kein festes Sekret sein, welches lose von der Muschel hängt. Eine Drüsenbeschädigung ist nicht immer sichtbar und vor allem Infektionen lassen die Muscheln scheinbar plötzlich und ohne Grund noch nach Wochen sterben. Beschädigungen des Mantels oder der Byssus-Drüse sowie dem Fuss müssen nicht immer tödlich sein. Unter optimalen Bedingungen können sich Muscheln gut regenerieren. Besonders gut haben sich hierbei Bäder in Ultramin bewährt.
Sollten Sie einmal eine Muschel vom Substrat lösen wollen, heben sie diese leicht an und schneiden sie die Byssus Fäden mit einem scharfen Messer am Substrat ab.
Kaufen Sie sich keine Muschel, die mit "Gewalt" vom Untergrund entfernt wurde. Nehmen Sie in solchen Fällen den Stein gleich mit.

MuschelnEin Tipp Für Muschel-Verkäufer

Eine gute Weise, Ihre Muscheln zu präsentieren ist, dass Hältern der Muschel in Kies gefüllten Dosen oder Schalen. In diesen Dosen können sich die Muscheln optimal zum Licht ausrichten und es entsteht kein Schaden, wenn diese mit angehefteten Kies verkauft werden.
Ein über dem Becken angebrachter Spiegel im Winkel von 45° hilft den Kunden, das für sie geeignete Tier leicht zu entdecken.

Kontrolle bei Muscheln

Bei den Farmkorallen sind die Muscheln einer ständigen Gesundheitskontrolle unterlegen, die garantieren soll, dass keine Parasiten die kleinen Muscheln oder die Brutstocktiere gefährden. In den Farmen wird dazu das geförderte Wasser vorher durch Mikrofiltration von potenziellen Parasiten gereinigt.

Es gibt trotzdem einige Parasiten, auf die sie achten sollten:

Es gibt einige parasitische Schnecken, die Sie an Ihren Muscheln finden können.
Tagsüber verstecken sich die kleinen, meist nur reiskorngrossen und weissen Schnecken, in den Ritzen unterhalb der Muscheln oder in den Nuten der Schuppen. Wenn die Muschel sich befestigt hat, heben Sie die Muschel leicht an und achten sie auf die kleinen Schnecken unterhalb der Muschel. Nachts finden Sie die Schnecken auf der Oberseite der Muscheln.

Sammeln Sie diese Schnecken zügig ab. Die Schnecken werden bis zu 2,5 mm lang und richten enormen Schaden an. Achten Sie auch auf geleeartiges Gewebe, welches die Eikapseln dieser Schnecken sein können und entfernen Sie diese ebenfalls.

Ein bekannter Muschelschädling sind die Schnecken der Familie Cymatiidae. Vor allem für die Zuchtfarmen sind diese Schnecken trotz der Filtration des zugeführten Wasser ein grosses Problem. Da diese Schnecken sehr verbreitet sind, ist ein Einschleppen mit Lebenden Steinen möglich. Es sind derzeit keine effektiven Fressfeinde bekannt.

Die Larven der Schnecken befallen die Muscheln durch die Byssusöffnung und siedeln sich zwischen Schale und Gewebe ein. Die Muschel versucht nun mit Ihren Abwehrschleim die Schnecke zu vertreiben. Die Muschel reagiert ansonsten kaum mit leicht geschlossenem Mantel. Die Muschel versucht nun die Schnecke wie eine Perle mit Perlmutt zu umgeben, um sie unschädlich zu machen. Später öffnet sich die Muschel weit und stirbt. Die Schnecke verlassen nun die Muschel auf der Suche nach neuen Opfern. Findet sie ein neues Tier, wartet sie an der Byssusöffnung ab, bis sich die Muschel bewegt und schiebt sich dann unter das Tier. Dabei frisst sie vom Byssus-Gewebe und setzt ihre Eier dort ab. Grosse Muscheln werden fast nie befallen, da diese Tiere zu schwer für die Schnecken sind und sich auch nicht mehr bewegen.

Andere Schnecken, die sich ebenfalls von den Muschel ernähren, sind:
Pyramidellacea sp., diese bis zu 4 mm grossen Schnecken fressen fast alle Austern und Tridacna Arten. Die Schnecken sehen aus wie kleine Reiskörnchen und sollten, wie oben beschrieben, umgehendst entfernt werden. Diese Schnecken-Art ist zirkumtrop. Die Arten der Gattungen Tathrella und Pyrgiscus finden sich dagegen nur rund um Australien, wo sie grossen Schaden in den ersten landgestützten Muschelfarmen angerichtet haben. Alle diese Schnecken sind hermaphroditen und können sich rasend schnell vermehren. Die Schnecken fressen meistens in der Nacht und verstecken sich tagsüber unter der Muschel. Nachts stechen sie die Mantellappen an und ernähren sich von der Zellflüssigkeit. Kleine Muscheln werden binnen Tage getötet. Geeignete Fressfeinde sollen verschiedene Lippfische, z.B. P. hexataenia und P. tetrataenia sowie H. malanurus, sein. Diese Tiere wurden beobachtet, wie sie die Schnecken gefressen haben. Da die Schnecken aber hauptsächlich nachts fressen, muss trotzdem genau beobachtet und gegebenenfalls selbst abgesammelt werden.

Glasrosen kennt so gut wie jeder Aquarianer. Über diese kleinen Plagegeister ist genug geschrieben worden, wie man sie loswerden kann, so dass ich hier nicht näher dazu eingehen muss. Durch zu starke Vernesselung können die Muscheln bei starkem Befall von Glasrosen getötet oder sehr gestresst werden, was die Muschel auf Dauer sehr hemmt. Entfernen Sie auf alle Fälle diese Anemonen aus Ihrem System. Die ebenfalls bekannten Anemonia cf. majano sind genauso aggressiv und man sollte die Muschel gleichfalls davor schützen.

Höhere Algen wie Caulerpa bedrängen Riesenmuscheln ebenfalls und reizen diese sehr bzw. nehmen ihr das Licht, wenn sie überwachsen wird. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Rhizoide der Caulerpena nicht die Muschel unterwandern.

MuschelnEs gibt einige Bakterien und Viren, die den Muschel gerade während Ihrer Larvalphase sehr zusetzen können. Durch die nun erst beginnende wirtschaftliche Bedeutung der Muschelfarmen werden hoffentlich in Zukunft mehr Forschungen in diese Richtung unternommen. Es wurde in den Muschelfarmen Versuche unternommen, die Larven mit Antibiotika vor verschiedenen Bakterien zu schützen und man hatte erhöhte Überlebensraten erreicht. Vibrio alginolyticus und V. anguillarum wurden für viele Verluste in den Farmen verantwortlich gemacht. Diese Bakterien sind fakultativ pathogen und bei gestressten Muscheln oft der Grund für einen plötzlichen Tod. Vor allem wenn man morgens eine Muschel findet, die nur noch aus Schleim besteht, finden sich diese Bakterien massenhaft.

Es sind leider kaum Informationen zu diesen Krankheitserreger zu finden, nur eine ähnliche Erkrankung bei Austern ist besser untersucht.

Borstenwürmer sind fleischfressende Tiere oder Allesfresser und haben starke Kiefer. Die kleinen Borstenwürmer in den Riffaquarien sind harmlos und werden kaum eine Muschel schädigen. Die grossen Feuerborstenwürmer, vor allem aus den Gattungen Eunice und Nereis, machen allerdings vor keiner Muschel halt.

Es gibt auch spezielle Würmer, die sich durch die Muschelschalen bohren und dann die Muschel mit einem Sekret abtöten, um diese dann aufzufressen. Die ersten Angriffe kann die Muschel mit einer Kalk-Matrix abwehren und die Löcher wieder schliessen. Bei massiven Angriffen wird die Muschel aber früher oder später an einer Infektion eingehen.

Kleine weisse Punkte, das sogenannte White-Spot-Syndrom, wurde erstmals 1994 entdeckt und als eine Protozoen-Infektion identifiziert. Auf den Muscheln können Sie die kleinen weissen Punkte leicht auf den Mantellappen entdecken. Mit Hilfe grosser Dichteschwankungen können Sie den Erreger erfolgreich bekämpfen. Ohne geeignete Massnahmen ist der Erreger fast immer tödlich.

Bitte achten Sie darauf, keine grossen Lippfische, Kaiserfische, Drücker und Feilenfische etc. zu halten, da diese gerne an den Muscheln zupfen oder diese fressen.

Das häufigste Krankheitsbild bei Muscheln ist das Ausbleichen.
Es gibt sehr viele Gründe für den Verlust der Zooxanthellen (das ist der Grund für das Bleichwerden der Muschel)

Bekannte Ursachen sind:

  • Lichtmangel / plötzliche Veränderung der Lichtmenge und Qualität
  • Spurenelementmangel bzw. -überdosierung
  • Temperaturen über 31° C
  • Zu hohe UV-Strahlung (falsche Strahler, Schutzgläser)
  • Nährstofflimitierung
  • Vergiftungen
  • Mechanischer Stress

Alle diese Punkte können zu einem Ausbleichen und somit dem Tod der Muschel führen.
Oftmals wird die Muschel aber nur geschwächt, so dass sie nicht mehr in der Lage ist, ihre Widerstandskräfte aufrechtzuerhalten.
Ein Behandeln der Symptome ist möglich, sollte aber sehr früh erfolgen und es muss eine richtige Diagnose gestellt werden.
Sollten Sie eine solche Muschel haben, stehe ich gern beratend zur Verfügung.

Bei ausgebleichten Muscheln gibt es einen Trick, diese noch zu retten:
Dazu werden einer gesunden Muschel oder einer Koralle Teile des symbiontenhaltigen Gewebes entfernt und mit gefiltertem Meerwasser in einem Mixer zerkleinert. Diese Suspension ist fertig, wenn das Wasser sich braun eingefärbt hat. Dann siebt man diese Lösung in einem 25 µ Sieb ab und füttert damit die ausgebleichten Muscheln. Als Vorbereitung badet man die Muscheln in Ultra-Min, einer Aminosäuren-Vitaminmischung mit Pflegestoffen zur Zellerneuerung, und gibt dann unter leichter Belüftung die Algenlösung zu.
Nach etwa 5 Stunden kann die Muschel aus dem Bad ins Aquarium zurückgesetzt werden. Je nach Zustand der Muschel konnte ich schon einige Tiere retten.

Luftblasen

Bei massiven Auftreten von feinsten Luftblasen im Aquarienwasser kann es ebenfalls zu Verlusten kommen, da sich die Blasen in der Muschel ansammeln können. Die Muschel ist nicht immer in der Lage diese Luftblasen zu entfernen oder diese zu resorbieren. Sie wird längerfristig daran eingehen.

Löcher in der Schale

Desöfteren kann man feine Löcher in den Schalen der Muschel entdecken. Diese kleinen Löcher von etwa 1 mm Durchmesser können von Bohrschwämmen kommen, die sich in die Schale bohren. Mir ist hierbei aufgefallen, dass eine zu hohe Nährstoffkonzentration die Entwicklung dieser Schwämme begünstigt. Bei abgestorbenen Tieren kann man ein feines Netz im Innern der Muschelschale sehen. Wenn man ein solches Tier hat oder eine Befall vermutet, dann kann ein Abwaschen der Schale mit Süsswasser helfen. In extremen Fällen kann die Muschelschale mit Formalin behandelt werden. Sie finden eine geeignete Anleitung zur Behandlung mit Formalin in Daniel Knops Muschelbuch Daehne Verlag.

Symbiotische Garnelen der Familie Palaemondidae (Gattungen Anchistus, Conchodytes und Paranchistus) oder kleinen Krabben der Familie Pinnotheridae können innerhalb der Muschel leben und sind in den grösseren Muscheln ab und an sichtbar. Was sie für die Muscheln tun und von was sie sich ernähren, ist weitgehend unbekannt.

Parasitische Krabben, wie Xantidae und Portunidae, ebenso wie räuberische Einsiedlerkrebse können Muscheln sehr gefährlich werden.
Achten Sie gerade bei Verwendung von Lebenden Gestein darauf, dass Sie regelmässig Krabbenfallen einsetzen. Selbst die kleinsten Krabben werden grösser und hungriger.

Immer wieder wird beschrieben, dass um den Fuss der Muschel ein leicht brauner oder weisser Schleim gesehen wird. Dies ist ein Abwehrschleim, den die Muschel produziert. Vor allem nach dem Transport, aber auch bei Stress kann dies passieren.
Beobachten Sie Ihre Muschel gut und entfernen sie diesen Schleim nicht manuell. Dieser Schleim wird auch bei Angriffen von Parasiten als Schutzmassnahme eingesetzt.

Muscheln können ihre Schalen mit erstaunlicher Kraft schliessen und eine überraschende Menge Wasser herausschleudern. Wenn Sie eine Muschel aus dem Wasser nehmen, kann dadurch Ihre Beleuchtung unter Wasser gesetzt werden.

T. squamosaT. crocea und T. maxima werden in felsigen Lebensräumen gefunden, also ist es am besten, sie auf steinige Substrate zu setzen. T. squamosa, T. derasa und T. gigas werden besser auf sandige Substrate gesetzt.
Es ist völlig normal, dass sich Muscheln nicht sofort wieder festsetzen. Suchen Sie den Tieren eine gut ausgeleuchtete Stelle mit leichter Strömung. Platzieren Sie die Muschel so, dass sie sich noch ausrichten kann. Fällt sie dabei mehrfach wieder um, suchen Sie ihr einen anderen Platz.
Mit etwas Zuwendung und Beobachtungsgabe kann man mit einer oder mehren Muscheln in einem Riffaquarium sehr viel Freude haben.

Bei Fragen stehe ich gerne zur Verfügung

C.Schuhmacher

 

Literaturhinweis

 

 

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