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Muscheln (Klasse Bivalvia) gehören als vielzellige Tiere (Metazoa) zum Stamm der Weichtiere (Mollusca), und sind hier neben Schnecken und Kopffüssern als eigenständige Gruppe (Klasse) vertreten.
Die Besonderheit bei Muscheln sind die Zweiklappigkeit ihrer Schale und die Ernährungsweise als Suspensionsfresser (Mikrophagen). Die Schalen umhüllen fast immer den ganzen Körper. Die Schale wird während der Larvalentwicklung zu einer paarigen Klappe geknickt, und beide Hälften werden vom Ligament und mit Hilfe von 2-5 kleinerer und grösserer Zähne (die im Wirbel des Schlosses sitzen) zusammengehalten. Am Vorderende des Tieres sitzt der Wirbel. Um ihn herum verlaufen konzentrisch und beinahe parallel die Zuwachsstreifen. Die Schale selbst besteht aus drei Schichten, nämlich dem Periostracum, dem Ostracum und dem Hypostacum. Die äusserste Schicht, das Periostracum, besteht aus Sklerotin (einem stark vernetzen Proteingeflecht), und schützt die darunterliegende Schale vor dem agressiven Meerwasser. Es bildet ausserdem das Ligament. Darauf folgt das Ostracum (Prismenschicht), welches aus Aragonit besteht, das in sogenannten Horizontallamellen verläuft. Die letzte Schicht vor dem Mantel ist das aus Calcit bestehende Hypostracum (Perlmuttschicht); es bedeckt die Prismenschicht. Die Muschel baut diese Lagen vom Inneren her auf. Bei manchen Tieren sind die Schichten leicht eingefärbt.
Durch die mikrophage (Mikrofiltrierer) Ernährungsweise ist der Kopf und die Radula (Raspelzunge bei Schnecken) rückgebildet. Die Erzeugung des Wasserstroms, die Filterung des Wassers und die Aussonderung der Partikel übernehmen die überdimensionalen Kiemen. Der von den Schalen und Mantellappen geformte Raum wird so zu einer effektiven Filterkammer, in der ein konstanter, aber in der Durchflussrate veränderbarer Wasserstrom durch eine Art Flimmerhärchen erzeugt wird. Durch die Wasseraustrittsöffnung (Egestionsöffnung) und dicht unter dieser durch die Wassereinfuhröffnung (Ingestionsöffnung ) wird der Wasserstrom durch die Kiemen geleitet, und dabei Nahrungspartikel bis zu einer Grösse von etwa 25 Mikron (micrometer, µm) herausgefiltert und aufgenommen. Werden grössere Partikel aufgenommen, können diese nicht verwertet werden und werden durch die Muschel ausgeschieden. Tridacna-Muscheln gibt es seit über 200 Millionen Jahren und sie sind perfekt an Ihre Umwelt angepasst.
Durch den massiven Fang, das Klimaphenomen El Niño und Umweltverschmutzung sind diese Tiere allerdings mittlerweile vom Aussterben bedroht. Riesenmuscheln sind nach den Regeln des Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt. Vor allem in Asien ist der Schliessmuskel der Muschel besonders beliebt, da dieser besondere Fähigkeiten haben soll. Es werden nach wie vor viele Tiere gewildert. Glücklicherweise entstehen in den letzten Jahren immer mehr Zuchtfarmen, die den kompletten Bedarf an Mördermuscheln gut decken können. Aus einer dieser Farmen stammen unsere Tiere.
Die allgemeine Taxonomie der Tridacnen ist folgende:
- Stamm: Weichtier - Moluska
- Klasse: Muscheln - Bivalvia
- Ordnung: Venusmuscheln - Veneroidea
- Familie: Herzmuscheln - Cardiacea
- Unterfamilie: Riesenmuscheln - Tridacnidae
Die Vertreter der Familie der Riesenmuscheln (insgesamt acht Arten) werden in zwei Gattungen eingeteilt:
- Gattung Hippopus
- Hippopus hippopus
- H. porcellanus
- Gattung Tridacna
- Tridacna crocea
- T. derasa
- T. gigas
- T. maxima
- T. squamosa
- T. tevoroa
Die neunte Art, Tridacna rosewateri, ist nicht allgemein anerkannt, obwohl sie 1991 beschrieben wurde. Laut Auskunft einiger Internetseiten wird dieser Name nicht anerkannt, da nur die Mantellappen als Referenz benutzt wurden und die Muschel nur ein begrenztes lokales Vorkommen hat. Da diese Muschel nur in einigen Regionen im Indopazifik (Saya del Malha Bank) in der Nähe von Mauritius angetroffen wird, wird sie daher als Variante der T. squamosa angesehen. Auf anderen Seiten gilt sie jedoch als eigenständige Art. Interessant ist die starke Ausprägung der Schuppen und das extrem kleine Verbreitungsgebiet dieser Art. Diese Tridacna wurde nach J.R. Rosewater benannt, der 1965 die Familie der Tridacnidae neu geordnet (revidiert) hatte.

Tridacna-Muscheln werden im gesamten indo-pazifischem Raum und dem Roten Meer gefunden. Sie siedeln hauptsächlich in und unter Korallen oder auf Sand- und Schuttbereichen in den Korallenriffen.
Tridacna-Mördermuscheln leben ausschliesslich in flachen Gewässern, die genügend Lichteintrag ermöglichen. Einige Arten leben in so flachen Wasser, dass sie während der Ebbe der Luft ausgesetzt sein können. Im Gegensatz dazu können T. gigas bis in 20 m Tiefe gefunden werden.
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